State of the Art – M12

Oder: Wißt Ihr noch, wie’s früher war…?

Hallo zusammen,

ich habe mir gedacht, irgendwas könnte ich doch mal wieder auf meinen Magicblog setzen. Die Arbeit am Cthulhu-Blog geht aktuell ebenfalls eher schleppend voran, was aber nicht bedeutet, dass er nicht besser supportet wäre als dieser Blog hier🙂

Wie auch immer, zunächst möchte ich mich vielmals für die Glückwünsche zur Geburt meines Sohnes bedanken. Ihr könnt Euch dann gleich wiederum bei ihm bedanken, nämlich dafür, dass ich Euch so selten mit meinen schriftlichen Ergüssen auf die Nerven falle🙂. Und da der Kleine natürlich auch verhindert, dass ich endlich mal wieder zum Spielen komme (nun gut, der volle Terminkalender seitens Arbeit, Musikvereinen und Fernstudium ist wohl eher schuld), werde ich auch heute mal wieder nicht direkt von Karten schreiben.

Ich schreibe heute mal wieder über die Bilder auf den Karten! Mein letzter Blick auf den „Flavor“ einer Edition ist immerhin schon etwas her; außerdem ist ja schließlich eine neue Edition auf dem Weg in die Läden! Da macht es doch durchaus Sinn nochmal einen Blick darauf zu werfen, was sich vor allen Dingen grafisch so getan hat.

Während ich die passenden Karten für den heutigen Abend auswählte, kam mir die Idee eine Art VORHER/NACHHER-Vergleich anzustellen, um die deutliche Entwicklung in der grafischen Kunst auf MtG-Karten besser  darstellen zu können. Das Ergebnis findet Ihr nun also hier!

Wißt Ihr noch…

…wie früher die Engel aussahen? 

Ich habe da gleich mal ein besonders hübsches Exemplar herausgesucht, ungefähr SO:

 

Und jetzt vergleicht mal diese… ich will mal sagen naive Malerei… mit diesem Engel hier:

Das die Engel heutzutage irgendwie „cooler“ aussehen müssen, und wahrscheinlich auch eine „coolere“ Bewaffnung benötigen (Äxte > Peitsche, ist überall nachzulesen…) – das ist hier gar nicht der Punkt. Aber achtet mal auf die Licht- und Schatteneffekte im Bild. Die photorealistische Zeichnung der Wolken. Das Spiel mit der Perspektive. Eine beeindruckende Verbesserung gegenüber früher, denkt Ihr nicht?

…wie früher Nebel aussah? 

Ich habe mich hier mal für das krasseste Beispiel der alten Fog-Grafik entschieden; doch auch die besseren Versionen wirkten so, als hätte man mit dem „Paintbruch-Airbrush“ ein paar weiße Flecken auf ein fertiges Bild gesprüht… doch hier der alte „Fog“:

Brrr… kommen wir lieber schnell zu etwas erfreulichem, nämlich dem neuen Artwork:

Vorbei die Zeiten, in denen der Nebel wie später auf das Bild „gesprüht“ wirkt, oder gar als weiße Wand dargestellt wird. Im neuen Artwork ist er tatsächlich Teil des Bildes und wirkt gleich umso realistischer. Einen dritte Sache, die heute besser dargestellt wird:

  …wie früher Flammen aussahen? 

Nein? Gerne mal so:

 Ja, das waren raue Zeiten damals. Mit sowas haben wir mal gespielt. Die vielbeschworene Kiddie-Generation von heute hat es da besser. Auch wenn Chandra wohl nie eine richtige Schönheit wird, richtige Flammenwände gönnen ihr die Künstler schon, da kann man nicht meckern:

So, damit wären wir für den Moment auch schon wieder am Ende. Ich hänge hier jetzt noch ein paar Bilder an, die ich bemerkenswert finde:

Auch wenn es mal wieder recht kurz geworden ist, aber für den Moment sind wir schon am Ende mit unserem Streifzug durch die neuen Grafiken angelangt. Ich hoffe, die wichtigsten (und beeindruckendsten) neuen Effekte mal aufgelistet zu haben und dass ich damit Euren Blick mal wieder auf die Bilder lenken konnte.

Was ist denn Eure Lieblingsgrafik aus M12? Welche Vorher/Nachher-Karte hätte hier unbedingt noch her gehört? Das und vieles Andere gerne wie immer die Kommentare.

Gruß

Seanchui

4 Antworten zu State of the Art – M12

  1. endijian sagt:

    Hi!

    Sehe ich im Großen und ganzen etwas anders, gerade, die Beispiele „Nebel“ und „Feuer“.

    Fangen wir mit dem letztgenannten an:
    Ja, die Technik ist weiter fortgeschritten. Dank neuester Technik kann man Bilder viel fotorealistischer gestalten. Dass Wizards viel mehr Geld für Künstler zur Verfügung steht, ist sicher auch ein Faktor.
    Aber fotorealistische Flammenbilder kann jeder (naja, ich nicht, aber ein gut ausgebildeter Grafiker mit Sicherheit). Gerade bei dem alten Firebreathing gefällt mir die „Stained Glass“/“Kirchenfenster“-Optik. Das, plus den genialen Flavortext, macht eine Super-Fantasy-Karte aus.
    Hier kommt das richtige Rollenspiel-Abenteuerer-kaufen-auf-dem-Basar-einen-Zaubertrank-von-einem-zwielichtigen-Alchemisten-Gefühl auf.
    Dagegen die ach so fotorealistischen Flammeneffekte bei Chandra… Wenn ich fotorealistische Flammen sehen will, dann spiele ich irgendeinen Next-Gen-Shooter auf PC oder PS3.

    Noch krasser ist der Nebel.
    Ich bin ein großer Fan von Harold McNeill, gebe ich ja zu. Aber seine alten Sachen auf Magickarten waren toll. Gerade, weil man noch seine Fantasie benutzen musste, um sich vorzustellen, was auf Karten wie „Caverns of Despair“ oder „Enduring Renewal“ passiert. Jetzt wird einem, auch auf den illustrationen, nur noch platter Mainstream-Fastfood vorgesetzt.
    Gerade auf diesem Nebel. Der Alte Nebel ist ein magischer Nebel, wie ich ihn auch im Fantasy Rollenspiel beschreiben würde. Dies ist kein natürlicher Nebel. Wie ein organisches Lebewesen quetscht er sich zwischen Bäumen durch und streckt seine Arme aus, um die Kämpfer voneinander zu trennen. Wenn ich sowas wie den neuen Nebel sehen will, dann spiele ich Call of Duty.

    Zusammendfassend:
    Technische Qualität der Illustratioen: Super, ja.
    Inspiration: Not so much…

    (Allerdings: Der Kummer ist sick. Keine Frage.)

  2. Ich denke auch, dass Du hier die Konzepte Qualität und Stil vermengst (diese absolut furchtbare Rebecca Guay ist doch eigentlich ein Paradebeispiel dafür!), auch wenn ich Dir zustimme, dass das Artwotk bei Magic in den letzten Jahren immer besser geworden ist.

    Weißt Du übrigens, dass von Deinem Cthulhu-Blog kein Link hierher führt (jedenfalls keines, dass ich entdecken konnte)? Wenn ich Dich nicht via WordPress abonniert hätte, wäre ich vermutlich nie wieder hier gelandet! Für Leute, die Deine Magic-Einträge nicht in erster Linie lesen, weil sie über Magic sind, sondern weil sie Deine Gedanken über Magic sind, solltest Du auf eine solche Vernetzung zwischen Deinen Blogs achten.

  3. seanchui sagt:

    In erster Linie ging es mir um den Fortschritt in der Technik; und der ist eindeutig nicht zu übersehen. Inspiration ist ja immerhin so eine Sache, die ein jeder aus seinen eigenen Quellen ziehen kann – ich persönlich finde den neuen Nebel wesentlich inspirierender als das alte Bild; das alte Artwork regt mich höchstens dazu an, darüber nachzudenken, wie der Nebel denn wirklich aussehen könnte…

    @Zeromant: Da die beiden Blogs nichts miteinander zu tun haben, außer dass sie von mir als Person betrieben werden, findet sich dort noch kein Backlink. Da ich hier aber auch auf diesen Blog verlinke, sollte ich das beizeiten vielleicht mal ändern🙂

    • endijian sagt:

      Es ist eine andere, neue Technik, ja. Aber was mich an dem Beitrag gestört hat, ist wie Du gesagt hast, dass die alten Grafiken schlecht sind.

      Dieser Satz mit der „Paintbrush-Airbrush“… das ist -überspitzt formuliert- so, als würdest Du aus einer Piet-Mondrian-Ausstellung kommen und sagen „Boah, bunte Quadrate malen kann ich auch!“
      (Wobei ich nicht auf die Idee komme, Piet Mondrian und Harold McNeill zu vergleichen.)

      Wie gesagt, ich habe da ein wenig die Fan-Brille auf, aber guck Dir doch mal die McNeill-Illustration genau an. Die aus einzelnen Silhouetten zusammengefügten Szenen, die durch das „Sfumato“ nicht scharf abgegrenzt sind, bauen ein unvergleichliches Flair des ätherischen, nicht-stofflichen auf. Besser noch als auf dem Fog sieht man es zum Beispiel auf den Tempest-Schutzkreisen. Die versprühen ein wundervolles Flair a la „Der Feuerball verfehlt mich nicht, weil ich ein paar Runen auf den Boden gemalt habe. Er verfehlt mich, weil ich in der Zwischenwelt bin…“
      Aber ich schweife ab.

      Noch einmal zum Firebreathing: Find ich immer noch genial. Das ganze Konzept des Trankhändlers ist toll. Und dazu gehört auch der cartoonhafte Stil: Der Händler -der sein ominöses Gebräu anpreist- lässt die Flammen aus seinem Mund über die Arme fließen, um sie zu verformen und zu modellieren – als wären sie ein plastischer Stoff. Das ginge mit fotorealistischen Flammen nicht, oder es sehe total albern aus. Aber heute sind Flammen ja grundsätzlich „todbringend“ und „vernichtend“…

      Ich finde, das platte „Früher pfui – heute hui“, das Du formuliert hast, lässt sich so nicht halten. Wizards haben, weil die Technik fortschritten ist, ihnen heute mehr Geld zur Verfügung steht und sie einen eher im Mainstream gelagerten Geschmack ansprechen wollen, ihren Kunststil verändert und wohl auch professionalisiert.
      Aber gerade bei diesen zwei Beispielen zu sagen, dass die Bilder schlecht (weil unprofessionell/technisch rückständig) sind, ist unfair.

      Allgemein sind die Artworks aber wirklich viel besser geworden. Es gab andere, viel schlimmere Illustrationen. Z. B. vom Meister der zweidimensionalen Abziehbilder, Douglas Shuler. Der hat mit dem „klassischen“ Serra Angel zwar eins der beliebstesten Magic-Artworks geschaffen – aber das hatte auch nur zwei Gründe…

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