Kleine Exkursion

Hallo zusammen,

heute gibt es eine kleine Exkursion abseits von Magic:

Vor kurzem bin ich hier gefragt worden, was „dieses ganze DSA-Zeugs“ eigentlich ist. Nun, DSA steht für „Das Schwarze Auge“ und ist Deutschlands beliebtestes Rollenspiel!

Ein Rollenspiel? Hä? Nun, eine ausführliche Erklärung findet sich hier, kurz zusammengefasst ist es so:

Rollenspiel bedeutet, sich mit ein paar netten Leuten (sechs Personen sind ein gutes Maß) zusammen zu setzten und eine schöne Zeit zu haben. Alle sollten Lust darauf haben, für die Dauer des Spiels mal die Alltagssorgen und Ihr eigenes Leben vor der Tür zu lassen und stattdessen in das Leben einer erdachten Figur zu schlüpfen und sich mit deren Leben rumzuschlagen, das meist ganz anders ist als das eigene.
Rollenspiel bedeutet (wie der Name schon sagt) eine Rolle zu spielen, sie mit Leben auszufüllen und sich in eine fremde Person reinzudenken. Im Spiel begegnet man anderen Figuren, die entweder von den anderen Spielern gespielt werden, oder die einem als Fremde (Nichtspieler) in der Spielwelt begegnen. Diese Fremden denkt sich der Erzähler (Spielleiter) aus und übernimmt auch deren Rollen – ja im optimalen Fall redet er sogar mit verfremdeter Stimme oder zeigt deren besondere Verhaltensweisen (z.B. Nervosität, Selbstsicherheit, Prahlerei, …).
Genauso wie diese Fremden, werden den Spielern vom Erzähler Gebäude, Tiere, Gegenstände, Monster und sogar Götter beschrieben. Er erzählt was die Abenteurer sehen, er berichtet was sie Hören oder Schmecken – sollten sie auf die Idee kommen einen ihrer Sinne einzusetzen.
Die Spieler bestimmen die Aktionen ihrer Spielfigur (Charakter) – der Erzähler beschreibt die Reaktion der Umwelt auf diese Aktion.
Im Prinzip war es das schon – und jede Gruppe von Leuten könnte nun sofort ohne weitere Hilfsmittel damit anfangen Rollenspiel zu machen und würde vielleicht so zusammen eine Geschichte, vielleicht sogar ein Abenteuer erleben.

http://www.drosi.de

Von diesen Rollenspielen gibt es nun zig verschiedene (eine kurze Auflistung?): Fantasy-Spiele, in denen man mit heldenhaften Recken gegen Drachen und Orks kämpft (meist im Herr-der-Ringe-Stil), Science-Fiction-Rollenspiele (entweder in der fernen Zukunft wie Star Wars oder auf einer nahen Erde wie bei Blade-Runner zum Beispiel), Horror-Rollenspiele (entweder echtes Splatterzeugs oder so subtilere Sachen wie mit Albträumen und so) oder auch Märchenhafte Spiele (wo man Feen oder verzauberte Piraten spielt). Natürlich gibt es auch hier humoristische Spiele und vieles mehr. Je nachdem, was einem mehr liegt, wird dann das System ausgesucht.

Theoretisch reicht es auch, ein einziges System zu haben und dann für die verschiedenen Bedürfnisse zu bearbeiten. Alle „Regeln“ im Rollenspiel verstehen sich meist als optional.

DSA – Das Schwarze Auge – nun ist das erste Deutsche Fantasy-Rollenspiel und wurde erstmals Anfang der 80er verlegt. Seitdem haben die Regeln viele Überarbeitungen erfahren (früher wurde sie oft als zu einfach und unprofessionell bezeichnet, heute sind sie so dick wie bei vielen anderen RSP) und das Spiel mußte mehrmals den Verlag und damit auch die Publikationsart (von schicken Kartons zu heutigen Büchern) wechseln. Es hat eine ausgesprochen lebhafte Hintergrundwelt, die immer weiter entwickelt wird – teils durch die Spieler, teils durch die Redaktion. Neue Infos gibt’s immer im Aventurischen Boten (Aventurien heißt die Welt, in der DSA angesiedelt ist). Es ist mein erstes und immer noch mein liebstes Rollenspiel, und auch wenn meine Freunde und ich immer mal wieder was anderes spielen, landen wir doch immer wieder hier😉.

Hoffe, geholfen zu haben, lieber Fan😉.

Gruß
Seanchui

2 Antworten zu Kleine Exkursion

  1. Fan sagt:

    Ja, schon etwas.
    Ich habe hier irgendwo auch etwas von DSA rumliegen, das ist so ein Karton mit spielbrett und Figuren die aus einer Gruppe von Helden und einem Bösewicht mit seinen Dienern besteht.
    Die einzige Frage die noch offen ist wäre die, wie genau man DSA nun spielt.
    Und werden die Charaktere jedes mal neu erschaffen, oder werden diese von Spiel zu spiel weiterentwickelt.
    Also die Spielmechanik interessiert mich!

    Grüße

  2. atog28 sagt:

    Der Trick ist die Weiterentwicklung des Charakters. Ähnlich wie bei Magic oder Marienhof wird dieses Prinzip angewandt, um den Konsumenten auf die nächste „Folge“ oder „Turnier“ und hier eben auf das nächste „Abenteuer“ neugierig zu machen. Wird mein Deck.. äh.. Charakter es überstehen? Gibt es eine Weiterentwicklung?

    Zweiter Aspekt, der den Reiz ausmacht ist die Sozialisierung. Man spielt es mit anderen zusammen und versucht sich in der Problemlösung, bei der jeder seine Stärken einfliessen lassen kann. Also wie beim 2HG oder Team-Event.

    Es gibt auch Spieler, die ihre Decks für jedes Turnier neu wählen, aber die bleiben nicht langfristig bei DSA, da die Motivation der Serie entfällt. Dabei handelt es sich häufig um One-Night-Stand-Liebhaber, die auch zum Brettspiel oder zum Püppchenspiel (siehe Tabletop) greifen.

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