Etwas ungewöhnlich…

…ist dieser Eintrag hier schon.

Hallo zusammen.

Etwas ungewöhnlich deswegen, da ich genausogut eine Antwort auf meinen letzten Blogkommentar hätte schreiben können. Der atog hat sich die Mühe gemacht mir zu antworten (wahrscheinlich, während er seine DM-Bericht-Vorbereitungen trifft ;-)), und meine Antwort fällt halt etwas länger aus.

Immerhin gibt das Gelegenheit, etwas Musik dazwischen zu schieben:


Immer wieder gern gehört: Caliban

Der Einfachheit halber werde ich den letzten Kommentar hier nochmal einfügen:

„Glückwunsch zum neuen Rechner, das hört sich ja sehr zufrieden an.

Deine weitere Meinung teile ich. Ich möchte es eigentlich nicht werten, ob die Autoren wegen kritischer Kommentare kaum noch Artikel produzieren – du kannst es vielleicht für dich beantworten – oder ob es die unendliche Konsumhaltung der Leserschaft ist. Letztlich fand das Antiquariat ein jähes Ende und kurz darauf ist da dieses dünne Artikelprogramm. Naja…

Aktuell formen die “Nein”-Sager das Programm, ich habe lieber wenige und gute Artikel – und die vom MU-Team halte ich für gut, weil sie eine Entwicklung wiedergeben, die von Phips sind immer schon gut gewesen. Die Erwartung der Leser wird wohl oft nicht erreicht – oder “von ihnen selbst erreicht”, ansonsten würden mehr Artikel erscheinen.

Mir macht das wirklich Gedanken, denn ich hätte persönlich lieber mehr Artikel und dafür gute und weniger gute. Das witzige ist auch, dass schlechte Artikel auch von guten Spielern geschrieben werden und man auch aus ihnen etwas lernen kann oder unterhalten wird. Umgekehrt gibt es gute Schreiber, die schlechte Spieler sind – auch da kann es eine Entwicklung geben. Die vom Markt zu verdrängen – ob direkt oder indirekt – halte ich für eine vollkommen überhebliche und für die Community schädliche Einstellung.

Aber so ist die Realität. Man nehme also die Kolumnisten, die noch schreiben wollen. Viele waren es vorher auch nicht. Diejenigen, die bei MU jetzt nicht mehr schreiben, haben auch ganz aufgehört und sind nicht abgewandert, ich schliesse also Sympatieprobleme oder Knete-Probleme aus.“

So, und nun die Antwort.

Ja, der neue Rechner ist echt die Härte. Wußte schon gar nicht mehr, wie das ist😉.

Ich kann mir vorstellen, dass die über-kritische Haltung vieler Leser den ein oder anderen Autoren verschreckt. Mich hat es davon abgehalten, weiter bei mtgBlogs zu bloggen, da ich einfach keine Lust mehr hatte, mich wegen eines Kartenspieles (welches ich im Übrigen damals wie heute nicht sonderlich intensiv betreibe) ständig anpöbeln zu lassen. Dafür bin ich einfach zu alt😉. Das Artikelschreiben wollte ich allerdings nie aufgeben – ich bin momentan eher in einer Schaffenspause. Der Zeitmangel will es so (dem Piraten beispielsweise geht es ja – so entnehme ich es kurzen Kommentaren und Blogeinträgen – wohl ähnlich), denn im Moment habe ich einfach andere Dinge zu tun als Artikel zu verfassen.

Die Frage, die ich mir eher stelle ist – welche Artikel sollte MU denn vorrangig veröffentlichen? Im Prinzip ist MU ein Webshop, keine Webzeitung. D. h. meines Erachtens, die Artikel sollen Leute auf die Seite locken, die dann bestenfalls hinterher noch Karten kaufen. Und wer ist – wie es immer wieder von der Community beteuert wird – die Melkkuh der Kartenverkäufer? Natürlich die Casual-Spieler. Nun wird aber MU – wie PMTG auch – hauptsächlich regelmäßig von techbegierigen Semi- und Non-Semi-Pros besucht, die von Casual-Artikeln wenig halten, vor allem, weil die Vorschläge in Selbigen doch sehr persönlich gefärbt sind und nur schwer auf andere Umgebungen umsetzbar wirken.

Und wenn ich als begeisterter Casual-Spieler auf eine Seite klicke, deren Casual-Artikel meistens so bei 5-6 Punkten und gefühlten 120 Kommentaren mit dem Inhalt „So nicht, Doofkopf“ herumdümpeln (das ging und geht ja nicht nur mir so), kann ich mir vorstellen, das es schwer wird, neue Autoren zu finden. Ähnlich ergeht es ja leider auch grade dem MU-Team, die sich wirklich die dämlichsten Dinge anhören müssen. „Nicht aktuell genug“. Hallo? „Keine Entwicklung“. Immerhin waren sie alle bei den NATS!!! „Die Deckliste ist aber noch nicht auf den gestrigen Grand-Prix-Sieger abgestimmt“. Wieder HALLO? Bei derartigen Kommentaren wird sich auch der ein oder andere Spieler „auf dem Sprung“ das Artikelschreiben überlegen.

PMTG-Autoren werden da übrigens ganz ähnlich behandelt, egal ob Kolumnist oder nicht. Ich verstehe einfach nicht, warum jeder Artikel ein Meisterwerk sein muß und warum man nicht selbst ein bißchen darüber nachdenken darf, um ihn auf seine Bedürfnisse zurechtzuschneidern oder einfach zu sagen: interessiert mich nicht.

Das sollte Dir aber nicht zu viele Gedanken machen, auch wenn MU – denke ich – so etwas wie ein Baby für Dich ist. Es lohnt sich nicht, darüber graue Haare zu bekommen. Denn es gibt einfach zu wenige in der Community, die wirklich nachdenken. Wenn ich den Ausstieg eines Autoren fordere, oder ihn derart mies behandele, dass er sich womöglich nicht mehr traut zu schreiben, warum wundere ich mich dann über weniger Artikel? Warum schreibe ich selber keinen? Traue ich es mir womöglich selber dann doch nicht zu? Wer soll sie dann schreiben? Ein Teufelskreis…

Was aber ist nun die Lösung des Ganzen? An der Belohnung liegt es bestimmt nicht, die Konditionen sind wirklich großzügig genug. Ist es sinnig, auf die Kommentarfunktion oder die Bewertungsfunktion zu verzichten? Macht ein erneuter Artikelwettbewerb vielleicht Sinn? Schreibt man gezielt Gelegenheitsautoren anderen Seiten an und fragt nach, ob sie nicht zu einem bestimmten Thema etwas schreiben möchten? Welche Ideen fallen sonst noch ein…?

Und mit diesem dezenten Hinweis auf die Kommentarfunktion schließe ich diesen Eintrag wieder. Ich würde auch wieder gerne „mehr“ lesen – aber wie kriegen wir das hin?

Gruß
Seanchui

2 Antworten zu Etwas ungewöhnlich…

  1. Fan sagt:

    Servus,
    ich bin grade sehr eilig (was für ne Formulierung…).
    Ich werde versuchen Meinen Senf mitte der Woche dazuzurühren.
    Ich gucke ja inzwischen jeden Tag hier rein😉

  2. Fan sagt:

    Du sprichst hier im wesentlichen ein Problem an, welches sich durch die moderne Gesellschaft auf der einen, und durch die Magic-Community auf der anderen Seite durchzieht.
    Das ist auch der Grund, weswegen ich mich sehr bedeckt halte, obwohl ich mich trotzdem recht fair ausdrücken kann, wie ich finde. Ich bin eben der Meinung, dass das Internet sehr enthemmt, was sich eben hier in den angesprochenen Kommentaren niederschlägt.
    Was MU betrifft, so wäre es zumindest eine Überlegung wert, das Punktesystem abzuschaffen.
    viele Leute lassen sich von der Punktzahl enorm leiten, noch bevor sie den Artikel gelesen haben.
    Die Kommentarfunktion abschaffen hört sich irgendwie an, als wäre man auf ein Problem aufmerksam geworden, kann es aber nicht anders lösen, als die Quelle des Problems wieder einzustampfen. Nicht gut also.
    Im Gegensatz dazu ist PMTG weniger kommerziell, dafür stärker kommunikativ. Hier fände ich die Kritik, was die Artikelqualität angeht, durchaus angebracht.
    Natürlich ist es wieder ein anderes Thema, wie man etwaige Kritik rüberbringt. Selbst da sollte ein angemessener Ton herrschen.

    Mich selbst als Casualspieler lässt das eh eher kalt, da ich bei den ganzen Pros sowieso manchmal nur Bahnhof verstehe, bzw. ich oft nicht genug Zeit habe, um alle Gedankengänge nicht nur zu bejahen, sondern sie auch ernstaft nachzuvollziehen.

    Grüße,
    dein Fan😉

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